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Bence Vadász (1964)

Tradition: 3. Generation einer Architektenfamilie
Mihály Vadász, György Vadász
Wiederbelebung des Modernismus und des Bauhauses in Ungarn, "Selbstvergessenes Spiel"

Bence Vadász
...Ich arbeite schon seit fünfzehn Jahren in diesem Beruf und ich habe jetzt ein wenig das Ge-fühl, dass ich seinen Sinn spüre. So, wie es früher bei den staatlichen Aufträgen Vorgaben gab, gibt es bei den jetzigen Auftraggebern auch Vorgaben, nur jetzt sind es das Geld und das Marketingteam, die sagen, wie weit du gehen kannst. Es gibt genau die gleichen Hindernisse, nur die Schwerpunkte sind anders.

...Im Allgemeinen finde ich es nicht schlecht, wenn man sich zwischen Grenzen bewegen muss, weil es manchmal viel schwieriger, aber auch viel interessanter ist, eine Lückenbebau-ung zu planen, als ein freistehendes Gebäude. Es ist ein schlechtes Gefühl und ich kämpfe auch sehr dagegen, wenn bloß aus finanziellen Gründen ein Baustoff von der Fassade verschwin-det, oder Laminatfussboden eingeplant werden muss, dort, wo man weiß, in zwei Jahren ist er abgenutzt und wird weggeworfen.
...Ich leite das Büro offiziell, und ich habe das Gefühl, dass jetzt mindestens so viele Aufträge auf meinen Namen laufen , wie auf den von meinem Vater. Es verleiht mir eine gewisse Ruhe, dass der kleine Sohn das Königsreich nicht nur geerbt hat, sondern die Sache auch ein wenig fortentwickelt hat. In der Arbeit nebeneinander herrscht die vollkommene Harmonie. Wir wohnen jetzt übrigens in der gleichen Strasse in Szentendre in der Nähe von Budapest, und wir sitzen abends auch privat oft zusammen bei einer Flasche Wein.
..Ich habe zwei Kinder, Mark ist elf, Bori sieben Jahre alt. Mark kommt jetzt aufs Gymnasi-um, Bori in die Grundschule. Es sind zwei vollkommen unterschiedliche und sehr hübsche Kinder. Mark ist ernsthaft, durchdacht, anständig, sehr sympathisch. Bori ist kreativ und sehr aktiv. Ich kann sie recht gut leiden.

 

 

Haus Helene 53 Eigentumswohnungen
Káldy Gyula utca 3, Budapest VI.

Der Ort: Eine stimmungsvolle enge innerstädtische Nebenstrasse, wo einst ein verwahrlostes und zum Abbruch verurteiltes Gebäude namens "Vilmos Freund" stand. Der "Geist des Ortes", eine ehemalige edle großbürgerliche Umgebung, verpflichtete den Architekten zum Werte-Schaffen. Es ging hier nicht nur um einen gut funktionierenden Bau, sondern um einen neuen gestalterischen Bezugspunkt des Strassenbildes.

Es ist eine geschlossene Bebauung zwischen dem rechtsseitigen denkmalswürdigen Bau und dem ebenfalls im Bau befindlichen linksseitigen sog. Remington-Haus. Der Keller und das Erdgeschoss ist komplett zugebaut, ab dem ersten Geschoss bis nach oben gibt es jedoch nur eine L -förmige Bebauung, im Hof ist lediglich ein Dachgarten zu sehen. Das Gebäude trägt grundsätzlich ein Pultdach, hie und da kombiniert mit Terrassen und Dachterrassen. Die in der Diagonale konstruierte Fassade mit ihren Simsen, Erkerplatten, Vordächern und mit strassenseitiger Dachebene passt sich gut an die Nachbargebäude an. Ebenso mit einem Portalmotiv beim Haupteingang, welches das Original neuformulierend nachempfindet, kurz gesagt: es verneigt sich in Erinnerung vor dem einstigen Freund-Haus.

 

 

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