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Katalin Csillag
Zsolt Gunther

 

Katalin Csillag
...Ich habe diesen Leistungszwang, der für die Anfangszeit so typisch ist, schon hinter mir gelassen, sowohl im Privatleben als auch im Beruf.

...Als ich das erste Kind bekommen habe, habe ich mich ein Jahr lang nur darauf konzentriert, und erst danach habe ich versucht in den Beruf wieder einzusteigen. Ich habe mich neben der Kindererziehung weder mit Wettbewerben noch mit kleineren Einfamilien-häusern befasst. Nach einem Jahr hatte ich die Nase voll vom Wickeln und Co., und ich wollte was anderes machen. Ich mache mit meinem Mann alles gemeinsam, Architektur und Kindererziehung auch. Selbstverständlich gibt es Dinge, an denen ich einen größeren Anteil habe. Er kocht z. B. nicht so viel, wie ich, das ist aber natürlich.

...Ich glaube, dass es allen gut tut, etwas längere Zeit im Ausland zu verbringen. Man wird offener. Man geht auch ins Ausland, um die Welt, in der man bis dahin noch nicht gelebt hat, kennenzulernen.

Zsolt Gunther
...Die geistige Anspruchslosigkeit macht mich ausgesprochen nervös. Ich habe diese Hin-dernisse vor zehn Jahren noch nicht so bemerkt, beziehungsweise die Hindernisse haben sich noch wo anders versteckt. Heute habe ich das Gefühl, dass wir, einige wenige Leute, uns es trauen aufzustehen, uns was zu denken, und solche Dinge auf den Tisch zu legen, die nicht unbedingt dem allgemeinen Geschmack entsprechen. Das ist ein wenig provozierend, müsste aber eigentlich in einem viel größeren Kreis verbreitet werden, damit man sich kulturell viel wohler fühlen kann.

...Es ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber wir haben erkannt, dass hier irgendwas nicht stimmt, und dass man die Ursachen suchen sollte. Wir haben auch eine zusätzliche Auf-gabe angenommen, und zwar, dass wir uns immer mehr auf Westungarn konzentrieren, und ein wenig auch aufs Burgenland, wobei wir versuchen die Architektur auf mehreren Ebenen nach Außen darzustellen.

...Wir haben versucht solche Aufträge zu bekommen, wo das Kleine auch wertvoll ist. Wenn jemand es für wichtig hält, in der Größenordnung von 200 -500 m2 Qualität zu bekommen, dann soll er sie bekommen. Es ist eigentlich eine Sackgasse, wenn man größere Objekte plant. Finanziell lohnt es sich möglicherweise besser, aber man wird auf jeden Fall viel weniger ref-lektiert. Es ist sehr wichtig, dass die Architektur von einer Selbstreflexion beeinflusst wird, dass jeder Architekt sich darüber Gedanken macht, was er eigentlich ausdrücken will.

AHM Forum
Ort: Gyõr, Areal der Audi Hungaria Motor GmbH
ArchitektIn: Katalin Csillag, Zsolt Gunther
MitarbeiterInnen: Tamás Szabó, László Áder, István Somogyi, Roberta Horváth, Tamás Simon, Viktor Pósa, Krisztián Sallai

Bereits am Rande des AUDI-Fabrikareals fällt uns ein roter Punkt aus der Ferne auf. Das auffällige Objekt befindet sich im Park vor dem Hauptgebäude. Es lockt und ruft den Besucher mit seiner Farbgebung zu sich. Das Gebäude nennt sich "Forum", was die Absicht der Auftraggeber treffend artikuliert. Zahlreiche Begegnungsarten sind hier möglich: Konferenzen, Vorführungen, Presseinformationen, Theatervorstellungen und Konzerte.

Die Raumordnung folgt der vorgegebenen Multifunktionalität. Aus dem Vorraum führen drei Türen in den großen Saal, die Dreiteilbarkeit des Saales andeutend. In der doppelschichtigen Wand des Saales sind die für die Aufteilung benötigten mobilen Trennwände eingebettet, sowie die haustechnischen Systeme einschließlich der Fernsteuerung für die Verdunkelung.

Die Mobilität war die oberste Priorität dieses Entwurfes. Die Beschleunigung und Verlangsamung gilt hier als kompositorisches Element des Bauobjektes, das sowohl draußen als auch im Inneren wirkt. Die wie eine Rampe steigenden Baumassen treffen sich auf einer höheren horizontalen Ebene. Die Besonderheit einer der Rampen besteht darin, dass gelegentlich auch das vorzuführende Auto hinauffahren kann.

 

 

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