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László Gáspár (1971)
Péter
Pottyondy (1955)
Ferenc Lázár (1971)
György Skardelli
(1955)

László Szabados

Vermeidung von "Zubauen"-genius loci

László Gáspár
Ich suche meinen Platz in der Welt. Es klingt bestimmt sehr schön, es ist aber wirklich so. Ich überlege mir im Ausland zu arbeiten, wenn mein Leben sich schon so entwickelt hat, dass ich keine Familie habe , die ich mitschleppen oder hier lassen muss, so ist es vielleicht auch leichter.

Ferenc Lázár
Ich habe zwei Söhne, sieben und fünf Jahre alt. Sie sind fantastisch, es ist schön sie zu sehen und zu erfahren, wie sie Tag für Tag cleverer werden.

Ich habe die große Hoffnung, dass Ungarns EU-Beitritt eine engere Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedsstaaten ermöglicht. Es wird unserem Nationalbewusstsein oder unserem nationalen Charakter nicht schaden.

In meinem Umfeld sehe ich, dass die meisten von denen, die viel Zeit im Ausland verbringen, sich zurücksehnen und sie auch wieder heimkehren. Wer eine starke Bindung hat, der verliert sie auch nicht, weil er im Ausland arbeitet.

Péter Pottyondy
Es gibt mehrere Gründe dafür, dass es mir gut geht. Einerseits freut es mich, dass ich viele gesunder Kinder und eine liebe Frau habe. Und ich arbeite gerne in meinem Beruf.

Ein Gebäude hat normalerweise einen Namen. Es heißt Kino, Kirche oder Wohnhaus. Das hier hat keinen Namen, das heißt multifunktionale Halle. Was sich verändert hat im Vergleich mit der alten Halle, die abgebrannt ist, das ist die Funktion der Halle. Es gibt keine Zeit mehr, die Instrumente zu stimmen, die Klamotten hin- und her zu räumen. An dem einen Tor kommt ein Ereignis herein, am anderen Tor geht ein anderes raus. Die alte Halle hieß Sporthalle, sie hat grundsätzlich Sportfunktionen erfüllt. Wir haben diese alte Halle sehr gemocht und wir haben über die Entscheidung zum Abbruch viel nachgedacht. Das sind keine leichten Entscheidungen.

Wir haben in Ungarn keine Häuser, die man wegwerfen kann, und das Gebäude ist in unse-rem Bewusstsein nicht irgendwas, was man wegwirft. Für die Autohersteller ist es beispielsweise gut, wenn das Auto nach drei Jahren irgendwie nicht mehr fährt, sondern der Besitzer ein neues kauft. Wenn ich Teil von einem Hausherstellermechanismus bin, dann lebe ich geschäftlich gut, aber geistig nicht so sehr. In Europa, aber hauptsächlich in den USA ist das Haus eine temporäre Hülle, wie ein Kleidungsstück, was man trägt, auswächst, was abgebrochen wird. Bei uns nicht. Bei uns ist ein Haus ein Lebenswerk.

György Skardelli
Die eine Arbeit geht, die nächste kommt, das Problem ist nur, dass man sehr viel Energie investieren muss, damit man überhaupt qualitative Arbeit bekommt. Und neben der großen Investition der vielen Arbeit muss man auch noch riesengroßes Glück haben.

Die letzten fünfzehn Jahre sind sehr bunt gewesen, weil sehr unterschiedlich orientierte Re-gierungen aufeinander folgten. Wir mussten lernen, dass es nicht so ist, dass die Demokratie plötzlich ausbricht, und dann entstehen einfach ganz fantastische, konsolidierte, bürgerliche Verhältnisse im Lande.
Der Generalunternehmer und zum Teil Investor vom Arena war ein französischer Großun-ternehmer, wir können ruhig sagen, das größte Unternehmer der Welt in der Bauausführung. Es war bei der ganzen Geschichte außerordentlich lehrreich, dass es gar keine Erpressung gab.

Mein ältester Sohn ist 22, der mittlere 17 und der Jüngste 16. Drei Jungs. Es ist für einen Vater sehr wichtig, dass seine Söhne im Leben einen Weg finden, von dem sie mit Vergnügen erfüllt werden und gut leben können. Ich halte mein Leben für sehr glücklich. Auch wenn ich daran denke, dass wenn jemand Außenstehender eine Woche lang mein Leben leben würde, derjenige bestimmt sagen würde, der Typ ist nicht ganz dicht. Die meiste Zeit verbringe ich trotz alledem mit Sachen, die mir viel Spaß machen, und das ist sehr wichtig.

Sportarena Budapest

Architekturbüro: KÖZTI AG
Architekten: György Skardelli, Péter Pottyondy
Mitarbeiter: Zsolt Farkas, Tibor Molnár, László Gáspár, Ferenc Lázár
Verantwortlicher Architekt
der Gesamtanlage: László Szabados

Ein lebendiger natürlicher Bau: Er wirkt wie ein gewaltiger Kieselstein. An seiner Stelle war einst ein Bau gleicher Größenordnung, welcher einem vernichtenden Feuersturm zum Opfer fiel: es war die zylinderförmige Budapester Sporthalle vom Jahre 1982, eine Hallenkonstruktion sowjetischer Bauart.

Was unlängst im Jahre 2003 fertiggestellt wurde, ist nur halbwegs high-tech, eher etwas Alltägliches. Ein mit beinahe prosaischer Einfachheit zusammengesetzter spektakulärer Komplex. Welcher hie und da einen dekonstruktiven Eindruck weckt, trotzdem offenbart er eine organische Einheit; er ist ein großer schmiegsam geformter symmetrischer Körper, zusammen mit zwei größeren und drei kleineren auf dem mächtigen Vorplatz stehenden Kristallkörpern.

Im Inneren der Arena spannen sich über unseren Köpfen in Reih und Glied die zweckmäßigen großen Gitterträger, wie in einer Fabrikhalle. Gerade hier merken wir die heutige Architektur, die bedacht ist, die technische Sprache zu einer alltäglichen, leicht erlebbaren visuellen "Poesie" zu verwandeln. Bereits die abgebrannte Sporthalle hatte diesen Eindruck vermittelt, hier ist es jedoch eher fühlbar. Der Architekt kann hier mit gutem Beispiel einem Designtrend entgegentreten, der so oft in Übertreibungen verfällt, (und schreckt auch nicht zurück vor der Begehrlichkeit der Zuschauer).

 

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