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Zsófia Csomay (1940)

Ich glaube an dem Primat der Umwelt, es ist wichtiger zu dienen, als sich selbst Denkmal zu setzen.

Éva Magyari (1952)

Zsófia Csomay
Ich habe keinerlei Waffen und ich bin der Welt dem Geld, dem Auftraggeber, allen ausge-liefert. Aber wenn ich Vertrauen spüre, kann ich meine Zeit und Lust 100 % in eine Sache einbringen und mein gutes Gefühl hängt größtenteils davon ab, wie meine Arbeit aufgenom-men wird. Mich kann in diesem Beruf außer dem Fachlichen nur sein menschlicher Teil interessieren. Wenn es keine kultivierte Akzeptanz architektonischer Probleme gibt, dann werden diese für den Auftraggeber nur zu materiellen und finanziellen Problemen. Nur derjenige kann sich den Idealwert etwas kosten lassen, der das versteht. Und das Problem ist, dass dieses Verständnis fehlt. Ich glaube, wenn einmal die Auftraggeber über mehr Bildung und Intelligenz verfügen, dann werden die Architekten auch eine bessere Position haben.

Wenn ich nicht bei meiner Familie oder beim Joggen bin, dann arbeite ich. Meine Lebens-weise hat sich seltsam entwickelt, weil ich nicht bereit war, tagsüber zu kochen, der Tag Gottes war mir zu schade darum. Aber ich musste meine Familie trotzdem versorgen. Ich habe mit meinen Kindern immer gerne gespielt, also habe ich mich an die Nachtarbeit gewöhnt. Ich fühle mich aber sonst sehr gut. Ich lebe als Frau und Mensch mit solchen Widersprüchlichkeiten. In dem einen Augenblick bin ich verzweifelt, ich heule und im nächsten habe ich wahnsinnig gute Laune.

Éva Magyari
Zum Glück begegnen wir in diesem Beruf oft Leute, die so sind, wie wir. Sie denken ähn-lich, lieben ihren Beruf so, sind so natürlich, wie wir. Wir sind zu viert, arbeiten seit 1976, dem Studienabschluss, zusammen. Wir sind befreundet, und unsere Kinder sind auch neben-einander aufgewachsen.

Man kann spüren, dass heutzutage die schnellen, anschaulichen, zeigbaren Erfolge aner-kannt und in einem größeren Kreis positiv bewertet werden. Für mich haben diese keine Be-deutung. Auf diese achtet man nicht.

Ich habe nicht das Gefühl, dass mir was fehlt. Es wäre schön, ein paar Orte zu besuchen, einfach rumzufahren. Das ist es, was mir fehlt, dass ich einfach meinen Rucksack nehmen kann, und gehen kann,wohin ich will.

Ich habe seit ein paar Jahren das Gefühl, dass unser Beruf weniger anerkannt wird. Nicht, daß es früher so viel besser gewesen wäre, aber heutzutage spielt die Planung keine wichtige Rolle mehr. Ich habe immer das Gefühl, dass ich nicht noch mehr arbeiten kann, aber dann macht man doch mehr. Ich glaube, jetzt muss man kämpfen, sich quälen. Der Boden, worauf wir uns bewegen, war nie sicher, aber mir ist als wäre er jetzt noch unsicherer.

Porzelanmuseum Innenarchitektonische Gestaltung

Ort: Herend, Porzelán-Manufaktur
Architektin: Zsófia Csomay
Innenarchitektin: Éva Magyari

Wer heutzutage in Richtung Herend fährt, erblickt schon von weitem das zweistöckige spätklassizistische Gebäude. Innerhalb dieser Mauer wurden die ersten Herender Porzellanprodukte gefertigt. Im Jahre 1840 wurde das Gebäude mehrmals umgebaut, aber an dem ursprünglichen Gebäudeteil hat sich im Laufe der Zeit nicht viel geändert. Im Mai 1998 wurde das Dachgeschoss des Gebäudes für Büros, Werkstätten für Restauratoren und Lagerräume ausgebaut, danach wurde ein Wettbewerb für die Neugestaltung des Museumsinneren ausgeschrieben. Bei den Sanierungsarbeiten musste man unbedingt darauf achten, dass es sich hier um ein Industriedenkmal handelte. Die Planer bewahrten die ursprünglichen Konstruktionswände und richteten sich nach den Charakteristiken dieses Baudenkmals. Es ist ihnen jedoch gelungen in den neuen Räumlichkeiten der Ausstellung mit Möblierung und Präsentation der Gegenstände ein zeitgemäßes, dem Geist des Ortes entsprechendes Interieur zu formen. Im Obergeschoss wurde auch darauf geachtet, dass früher diese Ebene als Wohnung fungierte, so blieb der Fußboden, die Zimmereinteilung und der die Räume verbindende Flur erhalten und für Zwecke der Dauerausstellung als Raumeinheit zur Verfügung gestellt.

 

 

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