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Donát Rabb (1976)
Ákos Schreck
(1976)
Zsolt Alexa
(1977)

minusplus_architects

Zsolt Alexa
Wir sind zu dritt ein Team und das funktioniert deshalb gut, weil wir drei ständig miteinander kommunizieren, wir tauschen unsere Gedanken aus und nicht nur zum Thema Architektur, sondern zu allen Themen. Es gab eine Zeit, als die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit sich so verwischt haben, dass man tatsächlich nicht gewusst hat, wann wir arbeiten und wann nicht. Das war ein Zeitraum von einem Jahr, in dem wir drei auch dort wohnten, wo wir arbeiteten.

Ákos Schreck
Es geht mir gut. Es ist irgendein Licht sichtbar. Es geht darum, wie wir Tätigkeiten, Dinge in unser Leben einschalten, die uns helfen weiter sehen zu können.

Die Freiheit in unserer Arbeit ist, an welchen Wettbewerben wir teilnehmen und was wir dafür entwerfen. Das ist das, was wir beeinflussen können. Dass wir solche Pläne entwerfen, die sich in eine besser durchdachte und weiterführende Architektur einfügen. Wir suchen in all unseren Arbeiten durchgreifende Aufgaben, deren Lösungen weiterführen, als die eines konkreten Gebäudes.

Donát Rabb
Als mein Studium langsam zu Ende ging, hat mir mein Vater eine Geschichte erzählt. In China gehen die jungen Menschen zum Töpfermeister um selber auch Töpfermeister zu werden. Sie fangen an, an der Scheibe zu drehen und machen Jahre lang wunderschönes Tongeschirr. Sie gehen auf Wanderschaft im ganzen Land und gucken sich die Techniken ab. Es vergehen Jahre und es stehen die Prüfungen an. Jeder hat die Aufgabe, ein besonders schönes Stück anzufertigen. Alle Lehrlinge strengen sich an und machen mit der höchst möglichen Präzision und Engagement ihre Meiserstücke fertig. Als die Werke abgegeben werden, wirft der Meister alle auf den Boden. Die Frage stellt sich, "warum tut er das"? "Weil das Wesentliche nicht das ist, wo wir angekommen sind, sondern der Weg dorthin, also das Wie".
Das Ziel ist der Weg dorthin.

Wir sind Fanatiker, das ist auf jeden Fall positiv. Wenn wir ein Bier trinken gehen, dann reden wir schon beim zweiten Krug über Architektur.Unser Interesse dauert auch noch an, nach dem wir den Computer ausgeschaltet, den Kalender zuge-macht, den Bleistift eingesteckt haben. Die Dinge, die wir versuchen voranzubringen, die uns beschäftigen oder von denen wir möchten, dass sie uns später beschäftigen, also all diese Dinge laufen in uns weiter.

Allgemeine und Spezielle Gewerbeschule
Architekten: Tamás Karácsony,
Minusplus - Zsolt Alexa, Donát Rabb, Ákos Schreck

Die Gegenwärtigkeit der regionalen Architektur ist die wichtigste Frage in der zeitgemäßen ungarischen Architektur. Diese Frage ist nicht nur eine Formfrage, sondern bedeutet in erster Linie das strukturelle und funktionelle Verständnis für die ländlichen Siedlungen, und die Erneuerung der in ihr verborgenen, immer mehr bedrohten traditionellen Werte.

Im vergangenen Jahr wurden in Csorna zwei Schulgebäude gebaut, in einem der maßgebenden Orte der kleinen Tiefebene, deren Struktur noch im höchsten Maße der alten Siedlungsstruktur folgt. Katalin Csillag und Zsolt Gunther bauten das vorhandene Schulhaus in ein altes dörflich-traditionelles, großtorbefahrbares, großbäuerlich-hofwirtschaftliches Haus um, sie bieten ein Bauobjekt an, als wäre es eine dörfliche Pforte. Dies ist nichts anderes, als die Rückbesinnung auf die alte, auf schmalen Grund zur dichten Bebauung drängende ländliche Siedlungsstruktur - ganz im Gegenteil zur allgemeinen Einzelbebauung und vom Provinzleben entfremdeten unökonomischen Bauweise.

Eigentlich läuft analog mit dem Vorausgegangenen Tamás Karácsony's Minusplus-Schule, wo sich die inneren Funktionen um die städtisch anmutenden Außen- bzw. Übergangsräume gruppieren. Seine großzügige Raumgestaltung schließt sich der äußeren, aber geschlossener Höfe an. Damit schaffen sie, ohne jede Nostalgie spüren zu lassen, eine funktionelle Ordnung für eine traditionell kleinstädtisch-dörfliche Pforte und die dazupassenden elementaren Formen.

 

 

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