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László Benczúr (1943)

Ich gehöre keinerlei Stilrichtungen.
Mein ehemaliger Meister, Péter Molnár hat mir geholfen meine uneingeschränkte Verbundenheit zur Architektur zu entdecken.
Ich habe das Beispiel vom anständigen, ehrlichen Architekten von meinen Kollegen des staatlichen Großbüros "IPARTERV" bekommen.

László Benczúr
In unserer Welt ist die globalisierte Dreistigkeit eine sehr starke moralische Schwäche. Es ist eindeutig, dass wenn der Architrekt seinen Beruf anständig ausüben will, dann muss er versuchen diesen globalen, agressiven Herausforderungen irgendwie auszuweichen. Man muss schon dagegen kämpfen und den sehr schmalen, engen Weg finden, wo man gehen kann. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass man sich an die Welt anpassen muss. Das ist nicht nur eine finanzielle Frage. Man muss das Geld des Auftraggebers unmsichtig verwalten, was er dem Architekt praktisch anvertraut.

Ich halte die Architektur für einen Dienst. Ich glaube daran, dass meine Ziele und Ergeb-nisse eine Wirkung auf ihre Umgebung haben. Aber auch auf die Gebäude, die in der Zu-kunft in ihrem Umfeld gebaut werden sollen und auf die Menschen, die sie benutzen. Die größte Anerkennung ist, wenn die Menschen, für die das Gebäude errichtet wurde, es mögen, seine Räume verstehen und sie gut benutzen können.

József Wéber
Die Situation könnte eigentlich besser sein. Ich weiß, man müsste sagen, ich fühle mich ausgezeichnet, danke für Ihre Frage. Im Zusammenhang mit dem Beruf würde ich sagen, dass es ein wenig an Arbeit mangelt, beziehungsweise, wenn es Arbeit gibt, dann ist es keine aus dem Bereich Architektur. Es gibt eine Erwartungshaltung bei mir und auch bei meinen Kollegen. Wie ändert sich die Lage der Architekten in Ungarn nach dem EU- Beitritt?

Im so genannten Sozialismus gab es das Problem, dass die Wirtschaft und die Gesellschaft ein Schrotthaufen waren, es war praktisch unmöglich zu arbeiten. Im Vergleich damit ist das jetzige ein viel effektiveres System, aber ich entdecke sehr viel Negatives, woran ich nie ge-dacht habe , dass so was eintreten kann. Die Werteordnung war damals etwas Vorgegebenes, was jeder zur Seite schieben konnte niemand hat sich damit befaßt. Es konnte jeder eine eigene, subjektive, oder für eine Gruppe geltende Werteordnung aufstellen, was meiner Meinung nach sehr positiv und sehr gut war. Im Gegensatz zu dem dazu haben diese Dinge einen starken Wertverlust.

Es ist wichtig, dass man die Trends kennenlernt, die sich in der Welt entwickelt haben, und die die Architektur beeinflussen. Man muss deren Vor- und Nachteile erkennen,um diese in der eigenen Praxis so verwenden zu können, das man die positiven Sachen übernimmt und die negativen versucht weg zu lassen.

Milleniumpark Umbau der ehemaligen Ganz-Werke

Architekturbüro: CÉH AG
ArchitektInnen: József Wéber (Gebäude: B - C),
László Benczúr (Gebäude: D - E),
Ákos Takács (Gebäude: G),
Annamária Bozsó (Tiefgarage),
Krisztina Wallner (Parkanlage)
Parkanlage: Új Irány Csoport

Bis heute haben meistens Familien die Parkanlage, welche - hoffentlich - noch lange ein beliebter Ruhe- und Vergnügungsort der Hauptstadt-Einwohner bleiben wird, in ihren Besitz genommen: Kinder, Eltern, Großeltern. Der Zauber dieser Anlage wirkt durch seine komplexe und neuartige Gestaltung. Die sehr anspruchsvoll geplanten und errichteten neuen Bauteile schließen sich vorzüglich den alten Gebäuden an, aus denen einige ganz, manche aber nur teilweise ihre ursprüngliche Form erhalten haben. Das ganze Umfeld dieser Anlage zeigt uns ein ganz anderes Format als das, an was man früher hierzulande gewohnt war: Ein Märchenland als Spielfeld, Wasserflächen und viel freier Platz. Die Umgebung akzeptierte es längst und füllte es mit städtisch anmutender Stimmung.

Das Konzept der Dienstleistungen ist ausgereift. Die Empfangshalle, das Theater, die enormen Ausstellungsflächen sind auch von der Außenseite aus gut erreichbar. An das Theatergebäude schließt sich unmittelbar eine Freibühne an, welche, wenn keine Vorstellung stattfindet, ein organischer Bestandteil des Parkes ist. Ein gut angelegtes unterirdisches Autoparken löst das Verkehrsproblem der Besucher. Aus der verwahrlosten, seit langem verlassenen Industrielandschaft wurde mit Zauberhand eine neue Welt geschaffen.

 

 

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